Welche Berufe passen zu mir?
Mit dem Erkundungstool Check-U kannst du deine Stärken und Interessen testen.
Frauen als Mechanikerin in der Autowerkstatt? Selten. Männer mit Schere im Friseursalon? Ebenfalls selten. Aber für Gender-Klischees gibt es keinen guten Grund, jeder Ausbildungsberuf im Handwerk kann von Frauen und Männern ausgeübt werden. Die Statistik im Handwerk zeigt auf den ersten Blick: Männer entscheiden sich eher für gewerblich-technische Berufe. Frauen werden Friseurin oder Goldschmiedin, Schneiderin oder Konditorin. Im Gerüstbau ist nicht mal jeder fünfte Beschäftige eine Frau. In Care-Berufen liegt die Zahl der Frauen deutlich höher. Doch warum ist das so? Das liegt an längst überholten Klischees, die sich aber hartnäckig in den Köpfen halten. Männer können Mathe. Frauen befassen sich gerne mit Themen rund um die Schönheit und das Kümmern – sagt das Klischee. Diese klassische Verteilung der Ausbildungsberufe auf Männer und Frauen hat jedoch nichts damit zu tun, dass es vor allem bestimmte Fähigkeiten und Talente für einen Beruf braucht.
Vorurteile und feste Rollen lösen sich auf
In vielen Köpfen der Eltern- und Lehrer-Generation ist noch die klassische Berufsverteilung verhaftet. Und dieses Denken wird bewusst oder unbewusst weitergegeben. Bis Mitte der 1990er-Jahre durften Frauen zum Beispiel noch gar nicht in Bauberufen arbeiten. Die körperliche Belastung sei zu hoch, hieß es. Aber die Zeiten sind vorbei. Es gibt heute moderne Technik, die die körperliche Beanspruchung deutlich verringert. Immer mehr junge Frauen entscheiden sich mittlerweile für bislang männerdominierte Berufe: Dadurch setzen diese jungen Frauen ein Zeichen und machen anderen Frauen Mut. Ein Beispiel: Optiker oder Zahntechniker sind früher vor allem von Männern besetzt worden. Das hat sich gedreht. Und andersrum: Immer mehr Männer werden heute Erzieher. So werden Klischees überwunden.

Betriebe wünschen sich gemischte Teams
Im Handwerk gibt es eine große Offenheit für Männer in klassischen Frauenberufen und von Frauen in klassischen Männerberufen. Viele Betriebe unterstützen den Wandel – gerade in Zeiten, in denen viele Fachkräfte gebraucht werden. Und das aus gutem Grund: Gemischte Teams erweisen sich sowohl für den wirtschaftlichen Erfolg als auch für die Atmosphäre als förderlich. Männer und Frauen gehen unterschiedlich an Situationen und Probleme heran. Beim Thema Kommunikation zum Beispiel sind Frauen und Männer oft unterschiedlich unterwegs. Gut, wenn ein Betrieb beides hat. Deshalb solltest du Mut haben, den Beruf auszuwählen, der dir Spaß macht, ganz egal, welche Klischees oder Vorurteile herrschen. Leb deinen Traum! Lass dich nicht von alten Grenzen aufhalten! Und probier aus, was dir gefällt! Ein Praktikum kann häufig dabei helfen zu klären, was zu dir passt. Jeder Mensch soll nach seinen Stärken und Interessen gefördert und beraten werden – und nicht nach überholten Klischees.